Grippeimpfung 2026/27 – wer sollte sich schützen?

Medizinisches Personal hält eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Influenza in der Hand

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und der Herbst steht vor der Tür. Damit beginnt auch die Zeit, in der Influenzaviren wieder vermehrt auftreten. Aus diesem Grund möchten wir Sie gerne auf die Grippeimpfung gegen Influenza aufmerksam machen.

Eine Influenza, also eine echte Virusgrippe, kann insbesondere bei älteren Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem (Immundefizienz) schwer verlaufen. Eine Impfung stellt daher eine wichtige vorbeugende Maßnahme dar.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über den richtigen Zeitpunkt für die Impfung und wichtige Besonderheiten, insbesondere für Menschen mit einer Immunschwäche oder unter einer Krebstherapie.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Grippeimpfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung bei Patienten und Patientinnen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche. Aufgrund der eingeschränkten Immunfunktion kann die Immunantwort auf die Impfung jedoch schwächer sein, weshalb der Impfschutz möglicherweise geringer ausgeprägt ist.

Der Impfschutz entwickelt sich etwa 10–14 Tage nach der Impfung. Die Impfung sollte deshalb möglichst vor Beginn der Influenzasaison erfolgen. Für Deutschland wird die jährliche Impfung im Herbst empfohlen. Auch eine spätere Impfung kann je nach epidemiologischer Situation noch sinnvoll sein.

Für die Saison 2026/27 sollte ein Impfstoff mit der jeweils aktuellen, von der WHO empfohlenen Antigenkombination verwendet werden.

Was gilt während einer Chemotherapie?

Bei Menschen unter Chemotherapie sollte der Zeitpunkt der Influenzaimpfung individuell mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.

Entscheidend sind unter anderem die Art der Therapie, der Grad der Immunsuppression und die aktuelle klinische Situation.

Wenn möglich, sollte die Influenzaimpfung mindestens 2 Wochen vor Beginn einer geplanten Chemotherapie erfolgen. Ist dies nicht möglich, kann ein inaktivierter Influenzaimpfstoff grundsätzlich auch während der Therapie verabreicht werden. Für einen möglichst guten Impferfolg sollte ein Zeitpunkt mit möglichst geringer Immunsuppression gewählt werden.

Was gilt nach einer Stammzelltransplantation?

Nach einer allogenen oder autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSZT) ist der Zeitpunkt der Wiederimpfung besonders wichtig. Dabei spielt der Zeitpunkt der Transplantation sowie die individuelle Situation eine wichtige Rolle.

Hierzu sollte der Impfzeitpunkt mit dem behandelnden Transplantationszentrum beziehungsweise mit Ihrem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgestimmt werden.

Was ist bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten noch zu beachten?

Menschen mit Immundefizienz oder unter immunsuppressiver Therapie sollten gegen Influenza mit einem inaktivierten Impfstoff (Totimpfstoff) geimpft werden.

Wichtig ist außerdem der Impfschutz von engen Kontaktpersonen. Wenn Familienangehörige und andere Personen im direkten Umfeld ausreichend gegen Influenza geimpft sind, kann dies dazu beitragen, besonders gefährdete Menschen zusätzlich zu schützen.

Grippeimpfung ab 60 Jahren

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Leistungsfähigkeit des Immunsystems.

Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO daher einen Hochdosis- oder einen MF59-adjuvantierten Impfstoff. Diese Impfstoffe zeigen ab einem Alter von 60 Jahren eine geringfügige, aber signifikant bessere Wirksamkeit.

Welcher Impfstoff im individuellen Fall geeignet ist, kann mit Ihrem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden.

Wer sollte nicht geimpft werden?

Bei einem fieberhaften Infekt (Temperatur über 38,5 °C) oder während einer schwereren akuten Infektion sollte die Impfung zunächst verschoben werden. Sobald die Infektzeichen abgeklungen sind, sollte die Impfung möglichst zeitnah nachgeholt werden.

Bei einer bekannten schweren Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffs sollte vor der Impfung abgeklärt werden, ob und mit welchem Impfstoff eine Impfung möglich ist.

Eine Allergie gegen Hühnereiweiß bedeutet dabei nicht automatisch, dass keine Influenzaimpfung möglich ist. Auch hier gilt wieder: sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ärztin darüber, welche Impfstoffe infrage kommen können.

Wichtiger Hinweis

Der optimale Zeitpunkt und der geeignete Influenza-Impfstoff hängen von der individuellen Situation ab.

Sprechen Sie daher mit Ihrem Behandlungsteam über den für Sie geeigneten Zeitpunkt und Impfstoff.

Weitere Informationen zur Influenzaimpfung und zu den Empfehlungen erhalten Sie beim Robert-Koch-Institut (RKI). Hier geht es direkt zur Informationsseite zur Influenzaimpfung vom RKI.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag basiert auf den aktuellen Informationen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Ein Tag voller Austausch und Begegnungen: Unser Patiententag Hämatologie 2026

Am 22. August 2026 fand unser lang ersehnter Patiententag Hämatologie im Haus der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin statt. Gemeinsam mit der Aplastischen Anämie & PNH e.V.  (AA & PNH e.V.) und der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e. V. (DLH) durften wir Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte aus ganz Deutschland begrüßen.

Viele waren von weit her angereist, um an den verschiedenen Vorträgen und Workshops teilzunehmen, Fragen zu stellen und vor allem miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns sehr, auf einen gelungenen Tag voller neuer Informationen, persönlicher Begegnungen und lebhafter Gespräche zurückblicken zu können.

Ein vielseitiges Programm rund um hämatologische Erkrankungen

Nach der gemeinsamen Begrüßung startete ein abwechslungsreiches Programm, das ganz unterschiedliche Aspekte hämatologischer Erkrankungen aufgriff. Neben aktuellen Entwicklungen in der Therapie ging es unter anderem um den Umgang mit psychischen Belastungen, verschiedene Formen von Lymphomen und Leukämien, die Nachsorge nach allogener Stammzelltransplantation sowie um Komplementärmedizin und Bewegung.

Für uns als LLSB war besonders schön, dass sich die Vielfalt der Leukämie- und Lymphomerkrankungen auch im Programm widerspiegelte. In verschiedenen Vorträgen und Workshops wurden sowohl akute als auch chronische Leukämien sowie unterschiedliche Formen von Lymphomen aufgegriffen. Damit fanden sich viele der Erkrankungen wieder, mit denen sich unsere Mitglieder und Ratsuchenden im Alltag auseinandersetzen.

Mindestens genauso wichtig: der persönliche Austausch

So wichtig die fachlichen Inhalte waren, mindestens genauso prägend waren die vielen Gespräche zwischen den Programmpunkten. In den Pausen war das Summen der sich unterhaltenden Stimmen durch das ganze Haus zu hören. Bei Kaffee und Gebäck oder beim gemeinsamen Mittagessen wurde diskutiert, nachgefragt, Erfahrungen wurden geteilt und neue Kontakte geknüpft.

Die Pausen boten außerdem die Gelegenheit, mit den Referentinnen und Referenten persönlich ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen, für die während der Vorträge vielleicht nicht ausreichend Zeit geblieben war.

Natürlich ging es an diesem Tag um Erkrankungen, Therapien und Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem – aber längst nicht nur. Es wurde genauso über Beruf und Alltag, Heimatorte, Reisen und das Leben außerhalb der Erkrankung gesprochen. Genau diese Begegnungen sind es, die Selbsthilfe ausmachen und einen solchen Patiententag besonders werden lassen.

Vom Patiententag direkt zur Jubiläumsfeier

Im Anschluss an den Patiententag gab es für unseren Partnerverein Aplastische Anämie & PNH e. V. noch einen ganz besonderen Anlass zu feiern: sein 25-jähriges Jubiläum.

Wir gratulieren AA & PNH e. V. ganz herzlich zu 25 Jahren Vereinsgeschichte und wünschen für die kommenden Jahre weiterhin viel Erfolg und viele schöne Begegnungen in der Selbsthilfe!

Danke für diesen besonderen Tag!

Wir möchten uns herzlich bei allen Referentinnen und Referenten bedanken, die sich die Zeit genommen haben, ihr Wissen mit uns zu teilen und Fragen zu beantworten. Ebenso danken wir allen, die an der Organisation und Durchführung des Patiententags beteiligt waren.

Und natürlich gilt unser Dank allen Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Interessierten, die teilweise weite Wege auf sich genommen haben und den Tag durch ihre Fragen, Erfahrungen und Gespräche mit Leben gefüllt haben.

Nach diesem schönen Tag freuen wir uns umso mehr auf die kommenden Veranstaltungen und weitere Gelegenheiten zum persönlichen Austausch.

Studienteilnehmer gesucht

Grafik mit einem Mann, der ein Herz festhält, symbolisch für Selbstfürsorge

Wir möchten Sie gerne auf eine Studie der Universitätsklinik Ulm in Zusammenarbeit mit dem Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) aufmerksam machen. In der Studie wird die Selbstfürsorge von Partnerinnen und Partnern von an Krebs erkrankten Personen untersucht.

Hintergrund der Studie:

Partner und Partnerinnen von Menschen mit einer Krebserkrankung sind im Alltag häufig mit vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören beispielsweise die eigene berufliche Tätigkeit, die Unterstützung und Pflege des erkrankten Partners bzw. der erkrankten Partnerin sowie die Begleitung zu Arztterminen.
Durch den oft vollen und belastenden Alltag bleibt wenig Zeit für die eigenen Bedürfnisse. Dadurch kann sich das Risiko für Angst- und Depressionssymptome erhöhen. Regelmäßige Selbstfürsorge kann dazu beitragen, das eigene Wohlbefinden zu verbessern und gleichzeitig die gemeinsame Bewältigung der Erkrankung zu erleichtern.

Bislang fehlen jedoch geeignete Messinstrumente, mit denen die Selbstfürsorge erfasst werden kann.READ MORE

29. DLH-Patientenkongress in Bad Wildungen

Eingang zum DLH-Patientenkongress 2026 im Maritim Hotel Bad Wildungen. © Curt Wehrmann

„Nun fühle ich mich mit meiner Diagnose nicht mehr so allein“

 

„Ich konnte mich erstmals mit anderen Betroffenen austauschen. Nun fühle ich mich mit meiner Diagnose nicht mehr so allein.“

Diese Rückmeldung einer Besucherin mit Follikulärem Lymphom bringt vielleicht am besten auf den Punkt, was den diesjährigen 29. DLH-Patientenkongress “Leukämien und Lymphome” in Bad Wildungen so besonders gemacht hat. Vom 4. bis 5. Juli 2026 kamen mehr als 270 Betroffene, Angehörige und Interessierte zusammen, um sich zu informieren, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Kongress der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe fand in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg statt. Gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten entstand ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl aktuelle medizinische Entwicklungen als auch viele Themen aus dem Alltag von Menschen mit einer hämatologisch-onkologischen Erkrankung aufgriff.

Eröffnet wurde der Kongress von Prof. Dr. Andreas Burchert, dem wissenschaftlichen Leiter des Kongresses und Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie der Universitätsklinik Marburg. In seinem Vortrag „Wie funktioniert eigentlich …? Die Entstehung einer Leukämie“ erklärte er anschaulich, welche Vorgänge bei der Entstehung einer Leukämie eine Rolle spielen, was hinter den Veränderungen der Leukämiezellen steckt und an welchen Stellen verschiedene Therapien ansetzen können. Gerade für Betroffene, die nach einer Diagnose mit vielen neuen Begriffen, Untersuchungen und Therapieentscheidungen konfrontiert sind, bot der Vortrag die Möglichkeit, die Erkrankung einmal von Grund auf besser zu verstehen.READ MORE

Statisten für Videodreh gesucht

Für den Patiententag Hämatologie möchten wir ein kurzes Informationsvideo zur Funktionsweise des Komplementsystems mit Prof. Schmidt von der Uniklinik Ulm erstellen. Dafür suchen wir noch Statistinnen und Statisten, die uns bei den Aufnahmen unterstützen möchten.

Der Dreh findet am Freitag, 21. August ab 15 Uhr zentral in Berlin statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wenn Sie Zeit und Interesse haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht per E-Mail.